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Die sorbische Niederlausitz

Mitte Januar - Anfang März "Camprowanje a zapust - Zampern und Fastnacht"

Die in der Niederlausitz lebendigen Bräuche sind überlieferte Höhepunkte aus dem ländlichen Arbeitsjahr. So endeten mit dem Zapust - der niedersorbischen Fastnacht - als bedeutendstem Fest des Winterhalbjahres die Arbeiten der Mädchen in den Spinnstuben. Früher wurde der Zapust eine Woche lang gefeiert; heute finden das Zampern, der Festumzug der Trachtenpaare mit anschließendem Fastnachtstanz und das Eieressen an drei Tagen statt.

Ostern "Debjenje jutrownych jejkow - Ostereierverzieren, jatšowny wogeń - Osterfeuer, jatšowna woda - Osterwasser, jatšowne spiwanje - Ostersingen, walkowanje - Waleien - jatšowne rejtowanje - Osterreiten"

Zur Osterzeit werden Ostereier verziert, Patengeschenke an die Kinder verteilt und in der Nacht zum Sonntag weit über die Felder leuchtende Osterfeuer entzündet.
Am Karfreitag wird das Ostersingen vom Chor "Łužyca" vor und in der Kirche in Dissen traditionell durchgeführt.
Vor Sonnenaufgang am Ostersonntag gehen Mädchen schweigend zur Quelle oder zum Fließ, um Wasser zu schöpfen, welches Zauberkraft hat. Am Nachmittag wird das Ostersingen vom Chor "Łužyca" vor und in der Kirche in Dissen traditionell durchgeführt.
Ein österlicher Brauch, der sich auch heute wieder zunehmender Beliebtheit erfreut, ist das Waleien. Ursprünglich liegt ihm ein Zauber zu Grunde, bei dem durch das Kullern von Eiern (als Fruchtbarkeitssymbol) über Wiesen und Felder deren Erträge positiv beeinflusst werden sollten. Mit Erde oder mit hellem Kies wird eine abschüssigen Bahn ( "walka") angelegt an deren Fuß sich eine kleine Grube befindet. Man nutzt auch natürliche Hügel oder legt entsprechende Gruben an. Von den Kindern werden gefärbte Eier heruntergerollt. Berührt ein Ei andere, so gehören diese dem Spieler. Dabei gibt es viele Spielvarianten.
Das seit dem 16. Jh. bekannte und wiederbelebte österliche Prozessionsreiten am Ostersonntag hat im Gegensatz zum Osterreiten in der katholischen Oberlausitz einen ökomenischen Charakter, wobei beim Reiten nicht gesungen wird. Mit dem Umreiten eines magischen Kreises sollen Felder, Vieh und Gesundheit von Mensch und Tier geschützt werden. 

Frühgottesdienst in der evangelischen Kirche in Zerkwitz/Lübbenau

9:00 Uhr

Prozessionsstrecke

 

Zerkwitz - Kleeden

10:00 Uhr

Klein Beuchow - Groß Beuchow

10:30 Uhr

Klein Radden
mit Andacht und Mittagsangebot für Gäste

10:45 Uhr

Krimnitz
mit Gebet und Segen für die Osterreiter, Osterbogen, Übergabe des Osterkruges

13:00 Uhr

Zerkwitz
Kirche mir Abschlusszeremonie

14:00 Uhr

Juni "Jańske rejtowanje - Johannisreiten"

Auch bei den Sorben glaubte man, dass in der Johannisnacht (24. Juni), alle Kräuter und Wurzeln heilende Kräfte besitzen. Ein mit Kornblumen und anderen Blüten (die vor Sonnenaufgang Heilkräfte besitzen) geschmückter Reiter ("Johannes") reitet unter Bewachung anderer Reiter zum Dorfplatz. Anschließend versuchen die Besucher, ihn aufzuhalten und seine Blüten abzunehmen, um die sie als Glücksbringer mit nach Hause zu nehmen. Dieser Brauch wird nur noch in Casel gepflegt.

Sommer/Herbst "Łapanje kokota - Hahnrupfen, zabijanje Kokota - Hahnschlagen, rejtowanje wo kołac - Stollenreiten"

Nach eingebrachter Ernte finden das Hahnrupfen und das Hahnschlagen statt, wobei der Hahn als Fruchtbarkeitssymbol symbolisch "vernichtet" wird, damit er für die nächste Wachstumsperiode Kräfte sammeln kann. Ebenso werden das Stollen- und Stoppelreiten gepflegt.

Weihnachtszeit "Janšojski bog - Das Jänschwalder Bescherkind"

In der Vorweihnachtszeit besucht in Jänschwalde das Bescherkind "Janšojski bog" die Kinder. Es war früher das älteste Mädchen der Spinnstube und wurde mit den schönsten Trachtenteilen angekleidet. Das Gesicht wurde verhüllt. So geht es schweigend zu Kindern , um sie zu beschenken und zu den Erwachsenen, um diesen mit dem Auflegen der Rute Glück und Gesundheit für das kommende Jahr zu wünschen.


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